Archiv der Kategorie: Podcast favori

RT 19! Zwischenezeit! Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp hat Ihre zweite Spielzeit vorgestellt. Mittwoch, den 21. August, fällt der Startschuss mit der ersten von 14 Uraufführungen, europäischen und deutschen Erstaufführungen

(Probenbild aus “Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend”. Foto: Matthias Horn)
An einem ungewöhnlichen Ort beginnt es dieses Jahr. Der Audi-Max der Ruhr Universität Bochum ist nämlich keine Industriebrache. Aber er ist der perfekte Ort für den Eröffnungsabend und die Uraufführungspremiere, für die Stefanie Carp, Christoph Marthaler, ihr Artiste associé, und der Kontrabassist und Bearbeiter Ulrich Fussenegger im Team verantwortlich zeichnen.

Christoph Marthaler und Ulrich Fussenegger. Foto: Daniel Sadrowski/ Ruhrtriennale 19

Christoph Marthaler und Ulrich Fussenegger. Foto: Daniel Sadrowski/ Ruhrtriennale 19

Carp hat die Texte verfasst, Marthaler führt Regie und Fussenegger hat die Musik ausgewählt, und wird das Ensemble leiten. Musik rassistisch verfolgter Komponisten soll zu einem Kommentar über alte und aktuelle politische Rhetorik werden. Wohin politische Hetze führen kann, muss dringend wieder verhandelt werden. Denn, so Carp: „Europa verspiele gerade seine Werte und müsse sich sogar selbstkritisch hinterfragen, ob es diese Werte von Selbstbestimmtheit und Solidaritäten, ob es Freiheit, Gleichheit jemals eingelöst hat, und ob sie überhaupt einlösbar sind.“ (Von Sabine Weber)

Stefanie Carp. Foto: Daniel Sadrowski/ Ruhrtriennale 2019

Stefanie Carp. Foto: Daniel Sadrowski/ Ruhrtriennale 2019

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Notre-Dame, seine Musiker und seine Musiktraditionen!

(Beitragsbild: Die Choralschola, die Maîtrise zu Notre-Dame im Chorraum zu Notre-Dame während einer Messe – vor dem 15. April! Aufgenommen von P. Lemaître)

Nach Nine-Eleven ist ein neues Datum in der Welt: Quatre-Quinze!

Am 15. April hat ein Dachstuhlbrand die Notre-Dame-Kathedrale in Paris zu einer Ruine gemacht. Die französische Nation ist durch Mark und Bein erschüttert worden. Das Unglück hat – Gott sei Dank – kein Menschenleben gefordert und ist auch keinem Terroranschlag geschuldet. Aber ein nationales Wahrzeichen ist beschädigt. In aller Munde sind die “Grande Travaux”, mit denen französische Präsidenten in Paris monumentale Zeichen setzen. Valéry Giscard d’Estaing mit dem Umbau des Musée d’Orsay. Mitterand mit der Pyramide du Louvre und der neuen Bibliothèque nationale. Jetzt will Emmanuelle Macron sein Zeichen mit einem sensationell gestalteten Wiederaufbau der Kathedrale setzen. Am Denkmalschutz vorbei unter der Aufsicht eines Generals.

Yves Castagnet an seiner Chororgel - vor dem Brand. Foto: Yves Castagnet

Yves Castagnet an seiner Chororgel – vor dem Brand. Foto: Yves Castagnet

Aber wer denkt an die Musiker der Kathedrale, die es ganz konkret getroffen hat? Die 60 Sänger der Choralschola zu Notre-Dame, die fünf Organisten, drei Titulaire der großen romantischen Cavaillé-Coll-Orgel, unter ihnen Olivier Latry, und vor allem Yves Castagnet.

Er ist Titulaire der Chororgel und zuständig für die tägliche musikalische Gestaltung der Liturgie und die Begleitung der Sänger in den Messen. Wie es weitergehen soll, und warum eine große Tradition weitergeführt werden muss, hören Sie in diesem Podcast. Yves Castagnet ist verständlicher Weise auch zweieinhalb Monate danach von den Ausmaßen der Zerstörung immer noch noch sehr betroffen.

Weitere Informationen zur Maîtrise de Notre-Dame.

Bernard Haitink zum 90. Geburtstag!

Foto: Sébastien Grébille

Foto: Sébastien Grébille

Vom Gehabe internationaler Pultstars hält er erfreulich wenig. Bernard Haitink feierte am 4. März seinen 90. Geburtstag. Und sein Dirigierstil ist heute nicht etwa aus Altersgründen reduziert. Er ist es schon immer gewesen: aufs Notwendige beschränkt, dabei ultrapräzise. Bei den Proben redet er wenig. „Wenige Worte, die Konsequenzen haben“, sagen Musiker des Chamber Orchestras of Europe, vor denen er im Beitragsbild auch steht (Foto: Sébastien Grébille). Ihren Streicherklang wisse er zu formen wie kaum jemand sonst. Einen kontrastreichen samtenen schönen Streicherklang! Wie er das mache, wüssten sie auch nicht. Das Chamber Orchestra of Europe mit Sitz in London ist jedenfalls eine späte Liebe Haitinks. 2008 hat sie begonnen . Wie seine Liebe zu der Staatskapelle Dresden entstanden ist, hat er mir in einem Gespräch 2002 erzählt und noch viel mehr. (Von Sabine Weber)

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Musik und Astronomie – Die SWR2 Musikstunde ab dem 9. bis zum 13. November mit Sabine Weber

Die Erde aus Satellitenperspektive. Foto: ESA

Die Erde aus Satellitenperspektive. Foto: ESA

Jetzt sind im klaren Nachthimmel die Sternbilder des Orion,der Sternhaufen der Plejaden oder die W-förmige Cassiopeia wieder deutlich zu erkennen. Und geben wir es ruhig zu, wenn wir die Chance haben, der überleuchteten Großstadtnacht zu entkommen und ins Sternenmeer einzutauchen, dann vermittelt uns das auch heute noch Erhabenheit. Göttliche Ordnungskraft steht in den Himmel geschrieben! Und auch die Musik ‘blickt’ seit Jahrhunderten ehrfürchtig horchend himmelwärts. Die Sphärenharmonie als harmonisch klingender Himmel ist ein viel beschworenes musikalisches Bild. Musikalische Zahlenverhältnisse bekommen kosmologische Dimensionen. Musik und Astronomie – Die SWR2 Musikstunde ab dem 9. bis zum 13. November mit Sabine Weber weiterlesen

Eine Uraufführung von Olga Neuwirth auf dem Kölner Achtbrückenfestival. Masaot/ clocks without hands am 6. Mai in der Kölner Philharmonie!

Foto: Priska Ketter

Foto: Priska Ketter

Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth ist neugierig. Sie lässt sich von Betrachtungen, Bildern oder Prozessen wie organisches Wuchern oder galaktischen Nebeln inspirieren. Sie geht unkonventionell Eine Uraufführung von Olga Neuwirth auf dem Kölner Achtbrückenfestival. Masaot/ clocks without hands am 6. Mai in der Kölner Philharmonie! weiterlesen

François-Xavier Roth in Köln! Ein Gesprächsportrait

François-Xavier Roth wurde 1971 in Paris geboren. Sein Vater stammt aus dem Elsass und war Organist an St. Sulpice in Paris. Roth studiert Flöte, später auch Traversflöte und Dirigieren u.a bei Janos Fürst und Jorma Panula auf. Seine Aufmerksamkeit als Musiker und Dirigent gilt gleichermaßen der Neuen wie der Alten Musik. 2003 gründet er das auf historischen Instrumenten spielende François-Xavier Roth in Köln! Ein Gesprächsportrait weiterlesen

Noch eine etwas andere Nachlese zu den Uraufführungen in Heidelberg

Wie geht eine junge Sängerin damit um, eine völlig neue Rolle zu kreieren und mit den Anforderungen Neuer Musik, die ein Regisseur wie Peter Konwitschny inszeniert? Irina Simmes ist seit der letzten Spielzeit am Heidelberger Theater. Der Operndirektor Heribert Germeshausen hat sie vom Studium weg an den Neckar geholt. Es ist ihr Erstengagement. Studiert hat sie an der Folkwanghochschule Noch eine etwas andere Nachlese zu den Uraufführungen in Heidelberg weiterlesen

Solaris – keine Kritik, eine besondere Nachlese!

Aoife Miskelly als Hare mit Nikolay Borchev als Kris auf der Solarisstation in Köln © Bernd Uhlig

Aoife Miskelly als Harey mit Nikolay Borchev als Kris auf der Solarisstation in Köln © Bernd Uhlig

In ihrem normalen Leben trägt die Opernsängerin Aoife Miskelly schwarze Locken. Die gebürtige Irin, Anfang 30 und bis letztes Jahr im Kölner Opernstudio, ist seit dieser Saison fest im Kölner Opernensemble. Und hat in dieser Produktion gleich die weibliche Hauptrolle übernommen. Ihre Mitbewohnerin Beatrice Faust studiert in Köln Medizin. Oder hat studiert, denn sie steckt gerade in ihrer Examensphase. Das hat sie natürlich nicht davon abgehalten, ihre Freundin in die Premiere zu begleiten. Sie im Publikum, Aoife auf der Bühne! Zwei Freundinnen, zwei Perspektiven, aber ein gemeinsames Abenteuer!
Wie sind die beiden mit diesem SciFi-Stoff als Opernplot umgegangen? Wie haben sie sich vorher darüber ausgetauscht? Was nehmen sie mit, von ihrem Bühnen- und ihrem Zuschauerraumerlebnis? Und von der jüngsten Oper Detlev Glanerts ?

Opéra du Rhin in Straßburg und die Staatsoper in Nürnberg geben eine Oper nach “Quai Ouest” vom Kultdramatiker Bernard-Marie Koltès in Auftrag. Am 28. September war die Uraufführung in Straßburg

„Ich schreibe im Grunde genommen nur, um Schwarze und Araber und Türken auf der Bühne zu sehen.“ Mit solchen Aussagen hat der zeitgenössische französische Theaterdramatiker Bernard-Marie Koltès die Kulturszene geschockt. In die französische – und auch deutsche – Bühnenlandschaft ist er wie ein Meteorit eingeschlagen. Und bald verglüht. Mit 41 Jahre – in diesem Jahr vor genau 25 Jahren – ist er an Aids verstorben. Das hat zu seinem Mythos mit beigetragen. In den 80er Jahren bringen seine Stücke Schauplätze ins Theater, die dem Kino vorbehalten scheinen. Er bevölkert Autobahnen, Industriebrachen oder kaputte Bars mit Strichern, Junkies, Ganoven, Migranten und Ausländern. Schon die Titel sprechen für sich: „Der Kampf des Negers und der Hunde“ oder „Die Einsamkeit der Baumwollfelder“. Patrice Chéreau entdeckt ihn und inszeniert seine Stücke. Auf der Bühne des berühmten Pariser Vorstadtheaters in Nanterre erschüttern die in Dialogen ausgelebten sozialen Kollisionen und Auseinandersetzungen. Koltès begreift sie als eine natürliche Folge von Migrations- und Globalisierungsprozessen, lange bevor diese Begriffe geprägt wurden. „Quai West“ ist Magrationstheater pur. Wie wegweisend seine Stücke noch heute sind, hat die Staßburger Opéra du Rhin begriffen. In Kooproduktion mit der Staatsoper in Nürnberg hat sie den Stoff von „Quai West“ als Oper auf die Bühne gebracht. Der aus Marseille stammende Komponist Régis Campo hat das von Regisseur Kristian Frédric und Florence Doublet adaptierte Libretto vertont. Am 27.9.2014 war Premiere.
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